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Art (Biologie) ArtikelDer Begriff der Art (oder auch als Fremdwort Spezies von lat. gleichbedeutend species) genannt in der Biologie eine Gruppe von Lebewesen (Taxon), die sich in wesentlichen Merkmalen ähnlich sind. Welche Merkmale Vorrang vor anderen haben, ist dabei Diskussionspunkt und führt zu unterschiedlichen Anordnungen. Heute werden in dem allgemeinen Populationen, die in dem gleichen Verbreitungsgebiet leben, sich miteinander fruchtbar fortpflanzen und reproduktiv von den Individuen anderer Arten isoliert sind, zu einer Art gerechnet.
Sind die Nachkommen nicht fruchtbar, so gehören die Lebewesen auch nicht derselben Spezies an. So können sich Pferde und Esel zwar miteinander paaren, aber die Nachkommen sind jedoch nicht fortpflanzungsfähig. Das gilt für das Maultier und auch für den Maulesel.
Bei ausgestorbenen Arten ist diese Artdefinition naturgemäß meist nicht anwendbar. Man benutzt daher den Begriff der Chronospezies, um morphologisch unterschiedliche Fossilien zu trennen. In Einzelfällen können auch genetische Daten (durch Sequenzierung von DNA- oder RNA-Fossilien) sowie genaue Merkmalsanalysen und der Ausschluss regelmäßiger Kreuzungen (siehe Neandertaler) Erkenntnisse zur Definition ausgestorbener Arten liefern.
Der wissenschaftliche Name einer Art (traditionell meist lateinischen oder griechischen Ursprungs) setzt sich nach der so genannten binären Nomenklatur aus dem Gattungsnamen (groß geschrieben) und dem Artnamen (klein geschrieben) zusammen. Er wird in dem Text gewöhnlich kursiv gesetzt oder alternativ unterstrichen. Völlig korrekt in dem wissenschaftlichen Sinne wird der Artname erst dann, wenn dem Gattungs- und Artname noch die Autoren beigefügt werden, die die Art als erstes beschrieben haben. Diese Regel sollte in wissenschaftlichen Publikationen stets dann befolgt werden, wenn keine bibliografische Referenz zur Artbeschreibung erfolgt. Um Druckraum zu sparen werden die Autorennamen meist abgekürzt, beispielsweise "L." steht für Linné.
Beispiel:
Shiitake Lentinula edodes (Berk.) Pegler
M. J. Berkeley hat die Art zuerst beschrieben, D. Pegler hat sieins heute gültige System eingeordnet
Biologische Arten werden in der biologischen Systematik zu höheren Gruppen (Gattung, Familie, Ordnung) zusammengefasst, oder auch in Unterarten, Varietäten oder Zuchtformen unterteilt. Auch der Begriff Rasse wird als Unterteilungsbezeichnung innerhalb mancher Art benutzt.
Geschichtliche Entwicklung der Artbegriffes | |
Der Beginn der wissenschaftlichen Klassifizierung der Lebewesen liegt in dem 18. Jahrhundert bei Carl von Linné, der die Fortpflanzungsorgane (zum Beispiel Blüten) als wesentliche Merkmale nahm. Er ging (bewusst oder unbewusst) von einem idealisierten Artenbegriff aus: Nach dem Verständnis seiner Zeit stellte eine Art eine unveränderliche Einheit dar, und Linné versuchte, Standardexemplare jeder Art zu identifizieren. Die natürlich vorkommende Variabilität verstand er als Abweichungen oder Abartigkeiten.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts verdichteten sich die Beobachtungen, dass die Arten in dem Laufe ihrer Naturgeschichte Änderungen durchmachen. Charles Darwins Evolutionstheorie konnte diese Beobachtungen zusammenfassend erklären. Jedes Individuum vererbt die eigenen Merkmale an die Nachkommen. Variationen innerhalb von Populationen sind hierin keine Abweichungen von einer (ideellen) Norm sondern zu dem Überleben der Art notwendig. Individuen mit ungeeigneten Merkmalen werden durch Selektion in dem Mittel weniger Nachkommen haben, und somit ihre Merkmale nicht weitergeben.
Damit wurde die gemeinsame Abstammung zu dem wesentlichen Merkmal der Bestimmung einer Art.
Eine Folgerung aus der Darwinschen Theorie ist, dass alles Leben auf der Erde von einer (oder einer Gruppe von) primitiven Organismen abstammen muss. Daher ist nicht die Tatsache der gemeinsamen Abstammung, sondern der Verwandtschaftsgrad ausschlaggebend für die Definition einer Art.
Eine zweite Folgerung ist, dass eine Art ca. zu einem bestimmten Zeitpunkt wohldefiniert ist. In der Vergangenheit können zwei Populationen, die heute als zwei Arten aufgefasst werden, eine Art gewesen sein. Beispielsweise geht man davon aus, dass der Eisbär sich vor einigen 10 Tausend bis wenigen 100 Tausend Jahren von einer in Sibirien lebenden Population des Braunbären abgespaltet hat. In der Zukunft mag sich eine heutige Art in mehrere aufspalten.
Eine heute vielfach benutzte Konvention ist, alle Individuen, die sich miteinander fruchtbar fortpflanzen können, in einer Art zusammenzufassen. Fruchtbar ist die Fortpflanzung dann, wenn auch die Nachkommen fruchtbar sind. Dabei wird ca. die Möglichkeit aufgrund von Zuchterfahrungen und genetischer Anlagen gezählt. Individuen, die für die Vermehrung zu alt, zu krank oder sonst wie nicht fähig sind, gehören natürlich auch zur jeweiligen Art.
Dabei sind Spezialfälle wie ungeschlechtliche Fortpflanzung oder Hybridisierung gesondert zu beachten. Das Artkriterium fruchtbare Fortpflanzung stößt allerdings an Grenzen, wenn es um Lebewesen geht, die sich nicht sexuell fortpflanzen, etwa Bakterien. Bei ihnen werden vielfach biochemische Unterschiede sowie Unterschiede in der DNA als Grundlage der Abgrenzung von Arten benutzt.
Philosophisch wird darüber diskutiert, ob eine Art "wirklich" existiert oder ca. aufgrund des gewählten Klassifizierungsschemas bestehe. Wesentliches zu dem heutigen Artbegriff hat der Biologe Ernst Mayr beigetragen, der insbesondere auf die geografische Isolierung als eine Ursache der Artbildung hinwies.
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- "Es gibt ca. zwei Art-Konzepte, alles andere sind Definitionen, wie man eine Art als systematische Einheit, also als Taxon, umschreiben soll. Die beiden Konzepte sind das typologische Artkonzept, das eine Art als etwas beschreibt, was sich deutlich äußerlich von anderen Lebewesen unterscheidet, und das biologische Artkonzept, was Arten als Gemeinschaften von Individuen genannt, die potenziell fortpflanzungsfähige Nachkommen mit einander zeugen können. Andere Artkonzepte gibt es nicht." Ernst Mayr
- "Bakterien haben keine Arten. Netzeitung: Was dann? Mayr: Das überlasse ich den Mikrobiologen. Das verstehen die ja selber noch nicht. Archaebakterien zu dem Beispiel tauschen Gene mit Bakterien aus, Bakterien und Archaebakterien jeweils unter einander sowieso. Muss man also alle Bakterien als große Fortpflanzungsgemeinschaft, also als eine Art nennen? Bakterien haben keine Arten. Die ersten Arten, die es gibt, sind schon Eukaryonten. Warum man einen Zellkern braucht, um eine Art sein zu können, weiß ich auch nicht." Ernst Mayr
Buch-Tipp: Charles Darwin, Die Entstehung der Arten. Bücher, die die Welt veränderten informativ + kurzweilig Janet Brownes Buch ist eine gute, kurzweilig-geschriebene und kompetente Einführung in die Entstehungsgeschichte und Perzeption von Charles Darwins Die Entstehung der Arten".
Browne erzählt kurz Darwins Lebensgeschichte aus gutbürgerlichen Verhältnissen. Ursprünglich sollte er - wie sein Vater - Medizin studieren, brach... |
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- Animal Species and Evolution (1963; deutsch: Artbegriff und Evolution, 1967)
Buch-Tipp: Die Darwin Awards. Die skurrilsten Arten, zu Tode zu kommen. Schöner Auftakt der Reihe Seit 1994 wird der Darwin Award in dem Internet vergeben. Dieses Buch ist der erste von mittlerweile drei Bänden mit Auszügen der besten Geschichten. 180 witzige und makabere Todes- und Beinahetodesfälle werden präsentiert, und außerdem, wohl weil es der erste ist, auch viele Überlegungen rund um den Darwin Award selbst.... |
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